.gen-try
n. pl.
gen-tries
| 1. | People of gentle birth, good breeding, or high social position. |
| 2. | a.An upper or ruling class. |
| b. The class of English landowners ranking just below the nobility. | |
| 3. | People of a particular class or group: another commuter from the suburban gentry. |
diskussion
der rolle und verantwortlichkeiten
kulturschaffender in der stadtentwicklung
die neueste
nachricht: im gesundbrunnen sind räume für nur 59 euro an
künstler befristet zu vermieten! wow billig! gesundbrunnen naja. aber
wenigstens ist es nicht in mitte...
diese und
aehnliche ueberlegungen wurden von kulturschaffenden in
unterschiedlichen stadtteilen berlins angestellt. boxion, wrangler
und wie die projekte der sogenannten quartiersmanagments alle
heissen, haben eine improvisationstechnik der berliner
kulturschaffenden aufgegriffen und zu einem handfesten
marketingkonzept umstrukturiert, das - gestützt mit eu-geldern und
mitteln aus dem topf 'soziale stadt' des senats - zumindest
mittelfristig profit verspricht. zwischennutzung ist ein
erfolgreiches gentrifizierungstool. das hat die vergangenheit nicht
nur in berlin mitte gezeigt. auch in anderen metropolen wurden schon
frueher verlassene wertlose immobilien dadurch aufgewertet, dass
künstler ihnen neues leben einhauchten. die gegenden in denen solche
improvisierten kulturtechniken die vorboten überteuerter mieten und
luxussanierungen waren finden sich in vielen städten.
der dreh aber, auch die phase der spontanen aneignung von raum direkt
zu kanalisieren und damit profitabel zu machen ist relativ neu. dabei
wird mit profit auf verschiedenen ebenen zu rechnen sein. fuer
vormals leerstand wird miete eingetrieben, um das zu organisieren
werden foerdergelder beantragt, durch die zu erwartende belebung und
aufwertung der quartiere ist mit steigenden einnahmen zu rechen. ein
geschaeft, das sich rechnet und bei dem kulturschaffende scheinbar
prima zu instrumentalisieren sind. die sexyness und leichtigkeit von
temporärer raumzeit wird entpolitisiert und entradikalisiert und
verliert ihr subversives potential.
welche
rolle wird hier den kulturschaffenden zugewiesen und welche
wollen sie übernehmen?
nicht umsonst
heisst die agentur, die boxion und wrangler iniziiert
'spielfeld' (www.spielfeld.net). die kulturschaffenden werden
zunächst in ihrer position infantilisiert um sie dann spielerisch zu
konditionieren, und zu nützlichen elementen eines ökonomischen plans
zu machen.
fuer die kulturschaffenden selbst sieht dieser plan eine entlohnung
in form einer 'chance' vor.
ein emanzipatorischer ansatz sieht wohl anders aus.
erstens
liegt es bei soviel leerstand nahe, die hausbesitzer einfach
selbst nach einer zwischennutzung zu fragen. das unterfangen würde an
flexibilität nichts einbüssen. zweitens koennte es ja auch endlich
einmal zu spontanen besetzungen der vielen spekulationsimmobilien
kommen.
wer an
langfristiger und verbindlicher nutzung und mitgestaltung des
stadtraums interessiert ist, für den stellt auch ein projekt wie
boxion keine lösung dar, denn es kann davon ausgegangen werden, dass
durch das projekt die mieten in den gebieten steigen und ein
nichtkommerzielles projekt ganz schnell wieder gehen muss.